Horns (2013)

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Das beschauliche Leben von Ig Perrish (Daniel Radcliffe) gerät aus den Fugen, als er nach einer durchzechten Nacht von der Polizei mit dem Verdacht verhaftet wird, seine Freundin Merrin (Juno Temple) nach einem Streit vergewaltigt und ermordet zu haben. Aus Mangel an Beweisen wird das Verfahren gegen Ig eingestellt, doch von nun an ist er ein sozial Geächteter. Jeder in der kleinen Stadt glaubt, Ig hätte die schöne Merrin ermordet.
Doch als Ig eines Morgens bemerkt, dass ihm Hörner aus den Schläfen wachsen, und diese Hörner ihm die Fähigkeit verleihen, die geheimen Abgründe seiner Mitmenschen zu erkennen, nutzt Ig dies, um den wahren Mörder seiner Freundinausfindig zu machen.

Der Film ›Horns‹ von Alexander Aja basiert auf dem zweiten Roman des Stephen King Sprößlings Joe Hill.
Der Film entfernt sich insofern vom Buch, dass er die Gleichnisse und Bilder von Schuld, Begierde und Hills These, dass die Figur des Teufels im Grunde der eines klassischen ›Anti-Helden‹ entspricht, vollkommen ignoriert und stattdessen eine merkwürdige Stimmung aus Whodunit, Fantasy und Horror zusammenbraut. Radcliffe spielt überzeugend die Figur des bemitleidenswerten Ig. Auch in Gestalt des gequälten Dämons macht er eine gute Figur. Doch das Drehbuch kann sich nicht entscheiden, was für eine Geschichte erzählt werden soll. Geht es um Schuld? Um verborgene Begierden, oder um Fragen von Loyalität und Freundschaft?
Glaubt man als Zuschauer zu wissen, worum es sich bei ›Horns‹ handelt, schlägt Regisseur Aja überraschende, aber in ihrer Ausführung recht plumpe Haken. Der Showdown wirkt dann fast ärgerlich, denn in einer Welt ohne Moral und Normen bleibt man als Zuschauer teilnahmslos ob des Schicksals des armen Teufels Ig Perrish.