Mission Impossible: Rogue Nation

Nachdem das Pentagon die Impossible Missions Force (IMF) aufgelöst hat, ist IMF Agent Ethan Hunt (Tom Cruise) auf sich allein gestellt, gerade als er die Spur der geheimnisvollen Organisation »Syndikat« aufgenommen hat. Durch gezielte Anschläge will das »Syndikat« eine neue Weltordnung schaffen und nebenbei alle Mitglieder der IMF auslöschen. Zusammen mit Techniker Benji Dunn (Simon Pegg), Computer-Hacker Luther Stickell (Ving Rhames) und Agent William Brandt (Jeremy Renner) versucht Ethan Hunt die sinistren Pläne des Syndikats zu verhindern. Unerwartete Hilfe erhält Hunt dabei von der geheimnisvollen Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) – doch auf welcher Seite steht die schlagfertige Femme Fatale wirklich?

Die Mission: Impossible-Reihe nimmt einen besonderen Platz in meinem Herzen ein. Seit Brian DePalmas erster Filmfassung der erfolgreichen Fernsehserie aus den 60er Jahren, habe ich jede Iteration der Abenteuer von Ethan Hunt verfolgt. Der zweite Teil von John Woo war eher enttäuschend. Dennoch: Die Filmserie hat so sehr Eindruck auf mich gemacht, dass ich den titelgebenden Charakter meines letzten Tech Noir Thrillers ›hunt‹, Joan Hunt, nach der von Tom Cruise interpretierten Figur benannt habe. Ich bin also voreingenommen, was Mission Impossible angeht. Für mich persönlich ist der dritte Film der Reihe, der zugleich das Spielfilm-Debüt von Regisseur J.J. Abrams, MI:3, der beste der Reihe, da er die intensive Emotionalität von Abrams Agentenserie ›Alias‹ erfolgreich auf das Film-Franchise überträgt. Brad Birds ›Ghost Protocol‹ hat die Serie erfolgreich wiederbelebt und nun hat der von mir hoch geschätzte Christopher McQuarrie das Ruder übernommen.

›Mission Impossible: Rogue Nation‹ verschwendet keine Zeit. Nach einem, einem James Bond Film würdigen, ›Teaser‹ geht der Film unmittelbar in Medias Res. Ethan Hunt ist binnen Minuten auf sich allein gestellt und jagt nicht nur die Drahtzieher des Syndikats, sondern wird zugleich vom C.I.A. Chef Alan Hunley (Alec Baldwin) gejagt.
Der Film läuft nicht, nein, er rennt. In einem Stakkato aufregender Szenerien und Action-Sequenzen wird ein Katz- und Maus Spiel inszeniert, dass weder ermüdet noch langweilt. Alles läuft ab wie ein Schweizer Uhrwerk. Zusammen mit Ethan Hunts kleiner radikalen Minderheit reisen wir von Schauplatz zu Schauplatz. Und jede Sequenz bietet nicht nur dumpfe Verfolgungsjagden oder Kampfszenen, sondern jede Sequenz baut aufeinander auf, erhöht die Spannung und wird in angenehmer Weise immer kleiner und persönlicher. Der Film benötigt keine abstürzenden Raumschiffe im dritten Akt, um einen Höhepunkt zu erzeugen. Eine Verfolgungsjagd zu Fuß (!) kann ebenso spannend, wenn nicht spannender sein.

McQuarrie gelingt es nahezu in jeder Szene, ähnlich wie es Marvel mit ›Ant-Man‹ und ›Guardians Of The Galaxy‹ geschafft hat, Humor, Action und Spannung zu tarieren und die Mission Impossible-Reihe zu einem würdigen Konkurrenten zu James Bond zu erheben.