Deadpool (2016)

Der Ex-Elitesoldat Wade Wilson (Ryan Reynolds) verdingt sich als Söldner, als er die Bekanntschaft mit der der Prostituierten Vanessa Carlisle (Morena Baccarin) macht. Zwischen dem verrücktem Paar fliegen sofort die Funken, und das Leben könnte für die beiden so schön wie in einem Werbespot sein. Doch dann erfährt Wade, dass er eine tödliche Krebserkrankung hat. Daher unterzieht er sich einem riskanten Experiment im Labor des skrupellosen Ajax (Ed Skrein). Danach hat er enorme Selbstheilungskräfte, ist aber aber durch den Prozess grässlich entstellt – und will so Vanessa nicht mehr vor die Augen treten. Also schlüpft Wade in einen rot-schwarzen Anzug mit Maske und versucht als ›Deadpool‹, Ajax dazu zu bringen, die schrecklichen Nebenwirkungen seiner Superkräfte ungeschehen zu machen. Hilfe bekommt Deadpool von zwei X-Men, dem Metallmann Colossus (Stefan Kapicic) und Negasonic Teenage Warhead (Brianna Hildebrand), einer junge Frau mit explosiven Fähigkeiten. Allerdings geht Deadpool auf seiner Mission anders vor als andere Menschen mit Superkräften. Die offensichtlichsten Unterschiede sind sein pechschwarzer Humor, sein bissiges Mundwerk und seine Angewohnheit, ständig die vierte Wand zum Zuschauer zu durchbrechen …
 

Deadpool ist als Film eine kleine Sensation und Offenbarung zugleich. Schon jetzt der erfolgreichste Film in Amerika mit der Altersfreigabe ›R‹ (was in Deutschland der Altersfreigabe ›Ab 16 Jahre‹ entspricht.) bietet ›Deadpool‹ eine gelungene Abwechslung im Genre-Einheitsbrei des Superheldenfilms.
Die Sensation des Film ist, dass er die Versprechungen, die seine freche Marketingkampagne zuvor gemacht hatte, einhält und sogar übertrifft.
Der Film ist frech, selbstreferenziell und ironisch. Ryan Reynolds in seiner Interpretation von ›Deadpool‹, ›dem Helden mit der großen Klappe‹ gelingt es aus dem Stand, was zuvor nur Robert Downey Jr. mit seiner Verkörperung von Tony ›Iron Man‹ Stark vollbracht hat: Man kann sich keinen anderen Darsteller in der Rolle des ›Deadpool‹ vorstellen.
Die FSK 16 Freigabe wirkt wie ein frischer Wind. Die überbordende Gewaltausübung wirkt so ›drüber‹, und ist zugleich für das Sujet so passend, wie es vielleicht zuvor nur Paul Verhoeven mit ›Robocop‹ der Fall gewesen ist.
Der Plot, das ›Was‹ des Films ist im Grunde nebensächlich, bzw. recht einfach gestrickt. Was ›Deadpool‹ so genial ist, das ›Wie‹. Im Grunde wird nur eine simple Rachegeschichte erzählt. Doch im Kern des Films liegt auch eine wunderbare, moderne romantische Komödie verborgen. Die Chemie zwischen Reynolds und ›Firefly‹ Star Baccarin ist einfach nur großartig zu nennen und erinnert in ihrer sympathisch verdrehten Art an die Funken, die zwischen Bogart und Bacall auf der Leinwand sprühten.
Die Schockwelle, die der Film in den Studios von Hollywood ausgelöst hat, ist nicht zu unterschätzen. Man wird sich nun auf eine Flut von brutalen Superheldenfilmen für Erwachsene gefasst machen, was dem Genre die bereits von vielen prophezeite Übermüdungserscheinung nehmen könnte.
›Deadpool‹ ist aus dem Stand einer der besten Filme des Jahres 2016. ›Batman vs. Superman‹ und ›Captain America - Civil War‹ werden sich mit diesem Kleinod messen lassen müssen.