Star Wars - Rebels

Schon die erste Minute von ›Star Wars - Rebels‹ macht klar, dass die Animations-Serie da weitermachen will, wo dereinst die ›alte‹ Star Wars Trilogie aufgehört hat. Könnte dies eine ›Neue Hoffnung‹ für das ausgenudelte Star Wars Franchise bedeuten?
(Pun intended)

Unser junger Held Ezra Bridger (gesprochen Taylor Gray) steht zu Begin des Pilotfilms auf einem Antennenmast der an die ›Space Needle‹ in Seattle erinnert und blickt sinnierend auf eine kleine Stadt am Horizont vor ihm, wie dereinst Luke Skywalker und Obiwan Kenobi auf Mos Eisley blickten (oder blicken werden, denn ›Star Wars - Rebels‹ spielt 15 Jahre vor den Ereignissen von ›Star Wars - A New Hope‹).
Plötzlich ein tiefes Brummen und ein dunkler Schatten legt sich über das Gesicht des Jungen. Ein gewaltiger imperialer Sternzerstörer fliegt über ihn hinweg. Der ›Imperial March‹ wird angespielt. Dann wird das Logo der Serie eingeblendet und nun wird kurz das Thema der Rebellen musikalisch zitiert.
Sofort weiß man, worum es geht. David gegen Goliath. Rebellen gegen das Imperium. Das Helle gegen das Dunkle.
Endlich. Eine Star War Serie, die man sich als Mittvierziger ansehen kann, ohne Magenkrämpfe zu bekommen.
War die zuvor abrupt eingestellte Serie ›Clone Wars‹ noch die tiefschürfenste Analyse von George Lucas Prequel Fehlgriff, so versucht und ›Rebels‹ ständig zu sagen: ›Keine Panik. Wir wissen, was ihr sehen wollt, Fans.‹
Geschrieben und erdacht vom Produzenten und Autoren des letzten X-Men Kassenschlagers Simon Kinberg, ist ›Rebels‹ schon die zweite Wiedergutmachung Kinbergs an eine Fangemeinde. Hatte er mit ›X-Men - Der letzte Widerstand‹ eine für viele Fans schreckliche Interpretation der ›Dark Phoenix‹ Saga abgeliefert, um so gnädiger gingen Fans, Kritiker und vor allem die Kinobesucher mit seinem letzten Job ›X-Men - Days Of Futures Past‹ ins Gericht.
Nun also ›Rebels‹. Die Geschichte ist schnell erzählt. Der Waise Teenager Ezra trifft auf ein Rebellen Quintet, angeführt vom ehemaligen Jedi-Ritter Kanan Jarrus (Freddy Prinz Jr.). Das Alien fürs Grobe Zeb (Steven Blum), Die Pilotin Hera, die Sprengstoff-Expertin Sabine und der Astromech Droide ›Chopper‹. Als ›Reluctant Hero‹ stark an die Figur des ›Aladdin‹ aus dem gleichnamigen Disney Film angelehnt, versucht Ezra die Rebellen erst einmal zu beklauen, bis er merkt, dass diese wirklich ›Die Guten‹ sind. Nach einer erfolgreichen Rettung von ein paar Wookies, aus den Mienen von Kessel (!) schließt er sich den Rebellen an und findet damit Sinn, Ausbildung als Jedi und eine mögliche Ersatzfamilie.
Klingt banal? Ist es auch. Aber genau das hat das ›Star Wars‹ Universum gebraucht. Die ›Löcher‹ in der Handlung sorgen für die nötigen Freistellen, die in den alten Star Wars Filmen vom hingerissenen Publikum gefüllt werden mussten. Die animierten Figuren führen im positiven Sinn ein Puppentheater auf, das mit gut konstruierter Handlung und krudem Humor mehr an ›Guardians of the Galaxy‹ als an ›Clone Wars‹ erinnert.
Bleibt abschließend nur die Frage, warum diese Serie gerade jetzt kommt? Vielleicht nicht nur um, den roten Teppich für J.J. Abrams ›Star Wars VII‹ auszubreiten, sondern einem weidwund geschossenem Amerika wieder ein Märchen vorzuträumen, wo es sich ganz und gar auf die Seite des Guten schlagen darf.