Einige Gedanken zu - Netflix

Alrighty. Finally. About frakkin' time!

Dies waren meine ersten Gedanken zum Deutschlandstart von Netflix. Der erfolgreiche Streaming Dienst aus Amerika wagt sich nun in die Untiefen der deutschen Medienlandschaft. 

Die Vorgeschichte

Die Anfang machte Netflix als ein postalischer Videoverleih, der einem physikalische Medien wie DVDs (die älteren unter uns werden sich noch an diese erinnern) per Schneckenpost ins Haus lieferte. Hatte man den Film seiner Wahl gesehen, steckte man die DVD wieder in einen Umschlag und sandte sie zurück zu Netflix. Mittels dieses Angebots gelang es Netflix, erfolgreiche Videoverleihketten wie ›Blockbuster‹ in die Knie zu zwingen. Mit der steigenden Zahl schnellerer Internetanschlüsse schaffte Netflix auch den Sprung zu einem Streaming Dienstleister. Anstelle der DVD tritt nun ein Datenstrom via Internetleitung die Reise zum Kunden an, und erlaubt es diesem einen Film egal wann, egal wo und egal auf welchem Endgerät zu konsumieren. Mit dieser Idee und diesem Service machte Netflix Geld. Soviel Geld, dass es der Firma ermöglichte eigene Serienproduktionen in Aufrag zu geben. Einige davon, wie die Politserie »House Of Cards« mit Kevin Spacey ist mittlerweile preisgekrönt und bis dato einer der größten Erfolge von Netflix. Damit konkurriert Netflix nun mit großen privaten Kabelanbietern wie HBO oder Showtime, die bis dato den Markt für anspruchsvolle Serienproduktionen in den Staaten dominierten.

Deutschlandstart

Nun also startet Netflix in Deutschland. Ab 7,99€ im Monat kann man das Angebot von Netflix auf Smart-TVs, Spielekonsolen, Smartphones, Tablets oder dem heimischen PC nutzen. Möchte man die Filme und Serien in HD und gleichzeitig auf zwei Geräten konsumieren, werden 8,99€ fällig. Für Familien und Wohngemeinschaften ist ein höherer Obolus zu entrichten: 11,99€ im Monat. Dafür können aber auch bis zu vier Geräte zeitgleich bespielt werden - und die Inhalte (einen teuren kompatiblen UHD Fernseher vorausgesetzt) in 4K Auflösung (entspricht der Bildauflösung in einem Kino mit Digitalprojektor) betrachtet werden.

Erste Eindrücke - Apple TV

Ich habe Netflix exemplarisch auf meiner Apple TV Box und meinem iPad mini ausprobiert.

netflix01.jpg

Eine Installation war für mich unnötig. Wie schon zuvor Watchever erschien das Netflix Icon pünktlich zum Deutschlandstart auf meiner Apple TV Box als neues ›Kanalsymbol‹. Da ich Netflix bereits ungeduldig erwartete, hatte ich mich bereits online für einen kostenlosen Probemonat registriert. Emailadresse und Kennwort genügen.

Nach dem bewerten drei zufällig ausgewählter Filme oder Serien kann man zudem noch weitere Nutzer angeben. Dies beugt bei Kindern im Haushalt vor, dass diese die Liebelings-Horrorfilme vorgeschlagen bekommen oder man selbst nur Filme und Serien über Barbie zu Gesicht bekommt.

Nachdem man diese Daten nach dem Klick auf das Netflix Symbol eingegeben hat, erreicht man den Startbildschirm.

In den Einstellungen der Weboberfläche hatte ich bereits meine Präferenz für englischsprachige Filme und Serien angegeben. Daher ist die Sprache auf dem Bildschirm ebenfalls in Englisch.

Die Aufteilung ist ähnlich wie bei Watchever. Eine Reihe von Filmen und Serien, sortiert nach Genre, oder wie in meinem Fall Empfehlungen von Serien die mich interessieren könnten, da ich der Serie ›Luther‹ zuvor eine gute Wertung gegeben habe.

(Die vorgeschlagene Auswahl halte ich im übrigen für exzellent.)

Spontan entscheide ich mich aber für eine Folge der (nicht minder exzellenten) Serie ›Penny Dreadful‹ (für Fans meines Podcasts ›TV Watchdog‹. In Folge 30 besprechen wir diese Serie).

Da diese Serie nicht für Kinder geeignet ist, bittet mich Netflix nun um einen vierstelligen PIN, den ich ebenfalls zuvor über die Weboberfläche eingegeben habe.

Nach dem ich mit einem weiteren Klick die erste Folge gestartet habe, kann ich dann mit einem längeren Klick auf den OK Button die Auswahl der Sprache und der Untertitel erreichen. Alle Serien und Filme verfügen über Untertitel. Im Fall von ›Penny Dreadful‹ liegen Deutsche und Englische Untertitel vor.

Auch die Tonspur lässt sich bestimmen. Hier kann ich zwischen der Originalfassung und der Synchronfassung wählen.

Da ich mich für meinen Probemonat für die mittelpreisige HD Option entschieden habe, ist die Bildqualität hervorragend. Die Serienfolge wird sofort gestartet. Nach ein paar Sekunden ist genug von der Folge gepuffert und das Bild schaltet von SD auf HD Auflösung um. Die Untertitel werden wie gewünscht eingeblendet.

Erste Eindrücke - iPad mini

Auf dem iPad mini muss ich nach dem herunterladen der Applikation mich ebenfalls mit meinen Kundendaten verifizieren.

Im oberen Bereich sehe ich, was und wieviel ich in letzter Zeit angeschaut habe. Mit einem Klick auf die Serienfolge von Penny Dreadful kann ich diese Folge auf meinem iPad fortsetzen.

Hoppla. Natürlich muss ich auch hier erst meinen PIN Code eingeben. Wird vielleicht mit der Zeit nervig. Aber der Besuch mit Kindern, die in der Regel immer auf meinem iPad herumspielen, sind bestimmt dankbar dafür.

Die Oberfläche ähnelt wieder der von ›Watchever‹ Einfache Kontrollen für Lautstärke, Ton und Untertitel finden sich oben rechts. Alles wirkt aufgeräumt und ist angenehm gestaltet.

Fazit

Das Startangebot von Netflix ist bescheiden, übersteigt aber das Start Angebot von ›Watchever‹ in Qualität und Quantität. Insbesondere die Möglichkeit der Untertitelung gefällt mit bei Netflix besser. Was das bescheidene Film- und Serienangebot angeht, so ist dies eine gezielte Strategie von Netflix. Über die Nutzungsdaten des Dienstes wird auch der Einkauf neuer Serien und Filme gesteuert. Das Angebot wird also in den kommenden Monaten wachsen und mittelfristig das Angebot von ›Watchever‹ überholen. Platzhirsch ›Maxdome‹ wird sich noch eine Weile sicher fühlen. Doch spätestens wenn Millionen junger Menschen den Weg von ›Piratebay‹ zu Netflix finden um Serien im (englischen) Original zu schauen, wird Netflix langfristig die Nase vorn haben.