Herr Heinke berichtet über das neue iPad mini

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Das iPad mini der zweiten Generation mit Retina Display ist mein mittlerweile dritter Tablet Computer aus dem Hause Apple. Meine Erfahrungen mit dem iPad begannen 2010 mit dem ersten Modell. Zwei Jahre später wurde ich begeisterter Besitzer eines iPad der dritten Generation mit Retina Display (Und war wie viele andere Käufer erbost, dass noch im selben Jahr, nach nicht einmal sieben Monaten (!), von Apple dann bereits das iPad der vierten Generation vorgestellt wurde.)
Und nun also die zweite Iteration des iPad mini. Es gibt das Mini in zwei Farb- (Weiß/Silber und Schwarz/SpaceGray) und jeweils vier Speichervarianten (16, 32, 64 und 128 GB).

Ich habe mich für die WiFi-Variante mit 32 GB in Weiß/Silber entschieden.
Und ich muss sagen, dass dieses iPad mini mit Retina Display genau dass Gerät ist, auf das ich seit dem Erscheinen des ersten iPad gewartet habe.
Es ist meiner Meinung nach nicht nur das beste iPad, was Apple je produziert hat, sondern es ist für mich der beste Tablet Computer den es derzeit auf dem Markt gibt. (Die Betonung liegt hierbei auf ›Computer‹ - Doch dazu später mehr.)

Noch einen Monat vor Apples iPad Event wurde von der Fachpresse angezweifelt, dass Apple seinem kleinen Tablett eine Retina Auflösung spendieren würde und die Ingenieure in Cupertino auch nicht technisch dazu in der Lage wären, ein solches Display in einem iPad mini zu verbauen.
Betrachtet man die Daten des 7,9 Zoll 4:3 Bildschirms, werden die Zweifel der Experten deutlich: Mit einer Auflösung von 2048 × 1536 Pixeln hat das neue iPad mini eine Pixeldichte von 326ppi. Sie entspricht damit der des iPhone 5s. Die Anzahl der Pixel liegt bei über 3,15 Millionen. Zum Vergleich: Die Anzahl der Pixel beim 16:9 7 Zoll Bildschirm des Nexus 7 liegt bei 2,3 Millionen Pixel.


(Und im übrigen bin ich sehr zufrieden mit dem Display, auch wenn der RGB Farbraum wohl nicht dem des iPad Air entsprechen soll. Im Alltag sind mir bisher keine blasseren Farben aufgefallen. Im Gegenteil.)

Fast ein Drittel mehr an Pixeln bedeuten aber auch notwendigerweise einen ebenso höheren Energieverbrauch.
Doch die schon legendäre Batterieleistung von über 10 Stunden werden vom iPad mini dennoch erreicht. Dazu musste jedoch der Akku des Mini vergrößert werden (von 16,5 Wh auf 23,8 Wh) - und damit auch das iPad mini selbst. Dies war auch schon beim ›Retinasprung‹ des Displays des iPad der dritten Generation nötig. Das neue iPad mini legt daher um 0,3mm an Dicke zu. Das Gewicht erhöht sich im Vergleich zum Vorgängermodell um ca. 23g (WiFi-Version) bzw. 29g (WiFi+LTE-Version). Dies fällt jedoch nur im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger auf. (Wenn überhaupt). Im Alltag ist die Gewichtszunahme nicht spürbar. Der Formfaktor bleibt derselbe. Das Mini wirkt in haptisch kompakt und von hoher Festigkeit. Die neue ›Leichtigkeit‹ des iPad Air stellt sich jedoch beim Mini nicht ein.


Das die Veränderungen so marginal ausfallen (und damit erfreulicherweise auch das Zubehör wie Hüllen und Taschen vom Vorgängermodell weiterhin passen) liegt an der grössten Neuerung des Mini neben seines verbesserten Displays. Das Mini wird von dem gleichen Prozessor wie schon das iPhone 5s und das iPad Air angetrieben, dem A7. Dies führt zu einer Veränderung der Machtverhältnisses in der iPad Familie. Glich das Mini ohne Retina Display in seiner Leistung dem unliebsamen Stiefkind der Familie, so ist das Retina Mini nun der gleichwertige, gleichstärkere kleinere Bruder des iPad Air.

Mit dem neuen iPad mini wird die Werbebotschaft des ersten Minis nun eingelöst. Man erhält ein gleichwertiges iPad nur eben mit einem kleineren Formfaktor, der das Mini zum idealen, mobilen Begleiter macht. Kritiker führen an, dass das Mini dadurch nicht zur Produktion, sondern nur für den Konsum etwas taugt.
Das genaue Gegenteil ist der Fall.

Das neue iPad mini ist für mich der erste ›richtige‹ Tablet Computer von Apple. Es wird für die Text- und Medienproduktion das tun, was das iPhone für das Fotografieren schon geleistet hat.
Denn Inhalte können ›unterwegs‹ nur dann mit einem Gerät erstellt werden, wenn man dieses Gerät auch mit sich führt. Das iPad Mini Retina passt in eine Manteltasche und ist damit mobil und verfügt dabei über eine Rechenleistung, die man bis vor ein paar Jahren nur in einem ausgewachsenem Laptop fand.

Die Fotografie wird im übrigen nicht durch das iPad mini revolutioniert. Die Kameras des Mini entsprechen gerade mal dem Stand des mittlerweile drei Jahre alten iPhone 4. Allerdings bereitet die Kamera für die Aufzeichnung von 1080p Videos und vor allem die darauf folgende Post-Produktion mittels (nun kostenloser) Apps wie iMovie Dank des schnellen A7 Prozessors ein reines Vergnügen.

Mein Fazit: Wenn man mit dem kleineren Bildschirm leben und arbeiten kann, dann ist das iPad mini mit Retina Display das iPad der Wahl. Für mich persönlich sogar ist es sogar der Tablet Computer der Wahl. Einziges Manko: Der Preis. Das kleinste Modell mit 16GB und Wifi kostet 389€, das Modell mit 16GB und Wiki+LTE kostet 509€.