Lola rennt (1998)

Tom Tykwers »Lola rennt«, ist ein gelungener Experimentalfilm.
Er bricht gekonnt die Regeln der klassischen Filmerzählung. Wie Sisyphos muss die arme Lola mehrere Entscheidungswege ›durchlaufen‹, um schließlich eine für (überwiegend) alle Beteiligten befriedigende Version für Ihre Lebensentscheidungen zu finden.
ieses Sujet und Lolas Erscheinung erinnert vielleicht nicht nur zufällig an die Spielfigur in einem Computerspiel.

Derzeit wird ja gerade unter Silicon-Valley-Technokraten wie Elon Musk, der das Elektroauto Tesla und die wiederverwendbare Weltraumrakete SpaceX baut, diskutiert, dass wir eh alle bereits in einer Computersimulation leben.

Aus dieser Perspektive betrachtet, ist ›Lola rennt‹ ein prophetischer Film.

Der Zufall, möglicherweise (1981)

Der Zufall, möglicherweise (1981)

Er ist Tykwers Hommage an Kieślowskis »Der Zufall, möglicherweise« aus dem Jahr 1981, der den Protagonisten ebenfalls drei mögliche Lebensentscheidungen durchspielen lässt.
Was aber den Film des 1965 in Wuppertal geborenen Tykwers hervorhebt, ist die Art und Weise, wie dieser seine Version eines modernes Märchens inszeniert.
Gute Einfälle wie das metaphysische Intro oder die Bildmetapher der Spirale.
Das Tempo des Film gleicht ebenfalls einer Spirale oder einem Strudel. Die Erzählung wird zu Ende hin immer schneller.

Diese aussergewöhnliche Formsprache sollte auch international Beachtung finden.

Der Film lief 1999 auch in den Staaten an. Auch wenn er dort zunächst nur in 12 Kinos lief, spielte er allein in den USA das Doppelte seiner Produktionskosten ein.
Zahlreiche Amerikanische Filmemacher, mochten diesen neuen, hippen Filmstil Made in Germany.
J.J. Abrams, an dessen letztem Werk ›Krieg der Sterne - Das Erwachen der Macht‹ niemand im letzen Jahr vorbeikam ist bekennender Fan von ›Run Lola Run‹, wie der Film in den Staaten betitelt wurde.
So musste Jennifer Garner in der Rolle der Agentin Sydney Bristow in Abrams Agenten-Serie ›Alias‹ in der Pilot-Folge ebenfalls rotgefärbte Haare tragen.

Und in Mission Impossible 3 lässt Abrams Tom Cruise, ähnlich wie Lola, gegen sein Schicksal anrennen.

Wie bei unserem letztem Film war ›Lola rennt‹ Sprungbrett für die Hauptdarstellerin Franka Potente, die es danach sogar nach Hollywood verschlug.
Moritz Bleibtreu wurde durch den Film eine feste Größe in der deutschen Filmlandschaft, ebenso verhielt es sich mit Heino Ferch.
Und es gibt ein wiedersehen mit Armin Rohde, den wir im letzen Monat in »Kleine Haie« noch als ›Bierchen‹ genießen durften.

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