Guardians Of The Galaxy (2014)

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›Guardians Of The Galaxy‹ ist der 10. Film der Marvel Studios, der in deren kinematographischer Filmwelt spielt. Anstelle von den inzwischen durch mehrere Filme etablierten Helden wie Iron-Man, Captain America, Thor oder dem Hulk, verwendet Marvel nun weniger bekannte Figuren aus ihrer Comic-Schatzkiste und greift mit den ›Guardians Of the Galaxy‹ sprichwörtlich nach den Sternen.

1988. Kurz nach dem Krebstod seiner Mutter wird der kleine Peter Quill von Weltraumpiraten entführt. 26 Jahre später erleben wir den erwachsenen Quill (gespielt von Chris Pratt) - der sich bescheiden selbst ›Star-Lord‹ nennt - , wie er sich, ganz in Indiana Jones-Manier, ein mysteriöses Artefakt unter den Nagel reisst.
Daraufhin wird er von dem Ausserirdischen Extremisten Ronan verfolgt, der mit der Macht des Artefakts die Galaxis in seine Gewalt bringen will. Um dies zu verhindern muss Quill Waffenstillstand mit einer Truppe von ungleichen Außenseitern schließen. Dem sprechenden Waschbären(!) Rocket (im Original gesprochen von dem Charmebolzen Bradley Cooper), dem baumähnlichen Groot (Vin Diesel in seiner besten Rolle), der Attentäterin Gamora (Sci-Fi Veteranin Zoe Zaldana, die neben Avatar und Star Trek nun einem dritten Franchise beisteht) und dem rachsüchtigen Drax (gespielt vom Wrestler David Batista).

Als Marvel Studios 2007 mit Iron-Man ihre In-House Verwertung ihrer Comicheften begann, konnte niemand ahnen dass ein B-Held wie der Playboy Tony Stark mit seiner eisernen Rüstung durch den Film ebenso viel Bekanntheit erreichen würde wie die Comichelden Superman, Batman oder Spider-Man. Doch nicht nur durch die Interpretation der Figur durch Robert Downey Jr, sondern auch durch das Zusammenspiel von Handlung, Humor und Herz in Buch und Regie wurden Iron-Man und Film-Konsorten zu einem ähnlichen Aushängeschild für massentaugliche Klasse wie zuvor nur die Produktionen der ebenfalls dem Disney-Konzern zugehörige Animationsschmiede Pixar.
Mit den ›Guardians‹ geht Marvel erfreulicherweise ein ähnlichen risikoreichen Weg wie schon zu Beginn mit dem Eisenmann Tony Stark. Wieder ist es nicht die A-Riege der Helden eines Schlages wie Spider-Man (der rechtemäßig auch nicht mehr Marvel gehört und daher zur Zeit von Sony auch in einer schlechten Verfilmung nach der Anderen durch die Multiplexe getrieben wird) sondern eher schon die C-Kategorie der Marvel Helden. Doch wieder beweist Filmchef Kevin Feige von Marvel das richtige Händchen. Eine Superhelden-Team mit einem sprechenden Waschbären kommt nicht ohne Selbstironie aus. Daher war es wichtig, dass wieder ein Indy-Regiesseur wie James Gunn das ›Comicheft‹ in die Hand nimmt und es mit dem nötigen Augenzwinkern inszeniert.
Um es kurz zu machen - Der Coup geht auch diesmal für Marvel auf. ›Guardians Of The Galaxy‹ ist der Film, der in der Nerd-Kategorie ›Fast so schön wie ein Star Wars Film der alten Trilogie‹ nahezu alle Punkte absahnt. Mit seinem Charme und seinem Witz, seinen liebevollen Details und der Spielfreude aller Schauspieler verschmerzt man leicht den etwas zu einfachen Plot und den leider zu eindimensionalen Antagonisten (eine leider typische Marvel Film Krankheit). Doch auch J.J. Abrams Reboot der Star Trek-Filmreihe hatte im ersten Teil nicht den stärksten Bösewicht zu bieten und dennoch war Star Trek (2009) ein gelungener Film. Bei den ›Guardians‹ geht es ähnlich zu. Das Zusammenspiel der schrägen Helden entschädigt für kleine Schwächen im Skript. James Gunn ist eine furiose Weltraumoper gelungen, die Appetit auf weitere Abenteuer mit den Hütern der Galaxis macht.