Godzilla (2014)

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Um es gleich zu Anfang klarzustellen: Für diejenigen bedauernswerten Menschen die (um mit Stephen King zu sprechen) den ›Sinn des Staunens‹ verloren haben, ist die Interpretation von ›Godzilla‹ des Briten Gareth Edwards nur ein weiterer Ausflug Hollywoods in die Niederungen des disaster porns.

Für jeden anderen, der noch über ein Fünkchen gesunden Menschenverstand verfügt, ist Godzilla eine Offenbarung des Staunens.

 Einer der cineastischen Idole Edwards ist Steven Spielberg. Und an dessen ›Close Encounters Of The Third Kind‹ erinnert Edwards Annäherung an das Genre des Monsterfilms. Das Spiel Edwards mit der Suspense der ersten Filmstunde erinnert an einen frühen Spielberg — aber auch an einen gut abgehangenen Hitchcock. Endlich traut sich mal wieder ein Regisseur Bilder und Stimmungen sprechen zu lassen - eine Kunst die so gar nicht in dieses Genre passen will. Doch Edwards hat schon mit seinem Debüt ›Monsters‹ aus dem Jahr 2010 bewiesen, dass er die Kunst des gekonnten Weglassens beherrscht.

Die Handlung des Films ist Cliché und schnell erzählt: 
Bei Minenarbeiten auf den Philippinen erwacht ein prähistorisches Monster. Wenig später zerstört dieses ein Atomkraftwerk in Japan. Bei diesem Unglück kommt die Frau des Seismologen Brody ums Leben.
15 Jahre später. Joe, der inzwischen erwachsene Sohn Brodys, wird nach Japan gerufen, da sein von Schuldgefühlen geplagter Vater bei dem Versuch verhaftet wurde, in das Sperrgebiet um das Atomkraftwerk einzudringen. Brody kann seinen Sohn davon überzeugen, dass die Regierung den wahren Grund der Katastrophe vertuscht hat und sie nicht durch ein Erdbeben ausgelöst wurde. Als die beiden erneut das Sperrgebiet aufsuchen werden sie Zeugen, wie das Monster, das sich in der Ruine des Kernkraftwerks eingenistet hat, erwacht.

Bei diesem Monster - soviel sei vorweg genommen - handelt es sich nicht um den eigentlichen Protagonisten des Films. Dieser betritt die Szenerie erst in der Mitte der Handlung. Wie schon Spielberg in ›Jaws‹ so spielt Edwards gekonnt mit den Erwartungen des Zuschauers. Immer wieder sind die handelnden Figuren nur Augenzeugen von gewaltigen Dingen in der Ferne oder von Gefahren die hinter Türen lauern. Edwards weiß um die Entzauberung, wenn das Monster  im grellen Tageslicht gar nicht mehr so monströs wirkt. So verliert Joe im Angesicht des schieren Gigantismus der Monstren stets das Bewusstsein. Die Wesen, die da Leinwand bevölkern und auf Menschen und Städte herumtrampeln sind zu groß, um rational erfasst zu werden.
Godzilla. Ein großer Film.