Robocop (2014)

Robocop, vom vielbeachteten brasilianischen Regisseur José Padilha (Ônibus 174, Tropa De Elite) ist eine erfolgreiche Neuinterpretation des ›Polizist wird Cyborg‹ Themas, welches 1987 vom niederländischen Regisseur Paul Verhoeven mit dem gleichnamigen Film ›Robocop‹ initiiert wurde.

Wieder wirft ein ausländischer Regisseur einen kritischen Blick auf den Zustand Amerikas. War Verhoevens Filmversion von der Reagan Ära und damit einhergehenden Brutalisierung der Medien geprägt, interessiert Padilha mehr die ethisch-philosophischen und damit auch politische Frage des automatisierten Tötens. Der Polizist Alex Murphy (Joel Kinnaman) wird bei einem Bombenanschlag schwer verletzt. Seine Frau Clara (Abbie Cornish) gestattet dem Chef des Konzerns OCP Raymond Sellars den verstümmelten Körper Murphys mittels kybernetischer Technologie wieder herzustellen.

Murphy als Versuchsobjekt passt Sellars gut in den Kram. Er möchte seine Tötungsmaschinen gern auch auf amerikanischen Boden einsetzen. Doch ein lästiges Gesetz verbietet den Einsatz von Robotern mit Schießbefehl auf amerikanischem Boden. Also wird ein Mensch in die Maschine gepflanzt und solange mit seinen Körper- und Gehirnresten herumgedoktert, bis per se nur noch eine seelenlose Maschine übrig bleibt.

Doch Konzernchef Sellars und Forscher Norton (wie immer kongenial: Gary Oldman) haben nicht mit der Stärke des Geistes in der Maschine gerechnet.

Als Fan des ersten Robocop Films war ich kritisch und befürchtete eine ähnlich misslungene Umsetzung wie das Remake von ›Total Recall‹. Doch der Film glänzt mit beissendem Spot über den momentanen Zustand Amerikas. An Stelle von Nachrichten und Werbespots tritt als kommentierender Chor der rechtskonservative Fernsehprediger Pat Novak (Samuel L. Jackson) auf. 

Joel Kinnaman leistet ebenfalls beachtliches. Sein qualvoller Kampf in seinem unmenschlichem Dasein menschliche Würde und moralische Integrität zu finden ist beachtlich porträtiert.

Aber Robocop ist vor allem ein Actionfilm und auch in dieser Abteilung geht die Post ab. Die PG-13 Beschränkungen werden mit Videospiel-Ästhetik und dem Kampf Menschmaschine gegen Roboter befriedigend gelöst. Fazit: Robocop ist viel besser als erwartet.